Das Lager hinter Windows Update
C:\Windows\SoftwareDistribution ist das Lager von Windows Update: Jedes Update landet zuerst im Unterordner Download, wird dort für die Installation vorbereitet und erst danach an den Installer übergeben. Daneben liegt DataStore mit der Datei DataStore.edb — einer ESE-Datenbank, die Ihre Update-Historie führt, also die Liste unter „Updateverlauf anzeigen“. Dazu kommt kleine Buchhaltung: SLS mit Metadaten für die Updatesuche und PostRebootEvent mit Markierungen für Aktionen, die nach einem Neustart fertiggestellt werden. Auf einem gesunden Rechner idelt der Ordner bei ein paar Hundert Megabyte; nach einem gescheiterten Funktionsupdate oder einem hängenden kumulativen Paket können dort 10–20 GB toter Nutzdaten liegen. Die Größe selbst ist kein Defekt — das Problem beginnt, wenn die Datenbank oder die bereitgestellten Dateien beschädigt sind und jeder erneute Versuch dasselbe kaputte Paket erneut lädt.
Was drinsteckt, Fach für Fach
Bevor Sie irgendetwas löschen, lohnt der Blick darauf, welcher Teil was tut: Die Hälfte des Inhalts geht schmerzlos verloren, die andere Hälfte wird man vermissen. Die sechs Bewohner unten sind im Wesentlichen alles, was Sie dort antreffen.
- Download: die eigentlichen Update-Pakete — das Schwergewicht; gefahrlos leerbar, Windows lädt Benötigtes neu
- DataStore\DataStore.edb: die Datenbank der Update-Historie — löschen Sie sie, ist die Liste installierter Updates leer
- SLS: Metadaten für die Updatesuche — wird beim nächsten Prüflauf automatisch neu aufgebaut
- PostRebootEvent: Markierungen für nach dem Neustart ausstehende Aktionen — verschwindet, sobald der Neustart abgeschlossen ist
- tmp: Arbeitsbereich für laufende Downloads — nur bei gestoppten Diensten anfassen
- ReportingEvents.log: Klartext-Log der Update-Ereignisse — klein und bei der Fehlersuche nützlich
Die sichere Prozedur — und wann sie überhaupt hilft
Die richtige Reihenfolge: Windows Update und BITS stoppen (net stop wuauserv, net stop bits), den Ordner in SoftwareDistribution.old umbenennen, die Dienste wieder starten und auf „Nach Updates suchen“ klicken. Das Stoppen ist keine Zierde: Von wuauserv gehaltene Dateien lassen sich im laufenden Betrieb weder löschen noch umbenennen. Das behebt die klassischen Symptome — Fehler wie 0x80070002, Downloads, die ewig bei einem Prozent hängen, Updates, die sich installieren und dann erneut angeboten werden. Der Preis: Der Updateverlauf in den Einstellungen ist danach leer, weil Sie die Datenbank gelöscht haben, die ihn speicherte. Nicht behebt es: langsames Laden auf langsamer Leitung, getaktete Verbindungen oder den Upload der Übermittlungsoptimierung — das ist ein anderer Cache mit eigenem Schalter.
Fragen und Antworten
Kann man den Ordner SoftwareDistribution löschen?
Ja, wenn vorher die Dienste für Windows Update und BITS gestoppt sind — Windows baut den Ordner beim nächsten Suchlauf neu auf. Verloren geht nur die Update-Historie, sonst nichts.
Warum ist SoftwareDistribution so groß?
Meist hat ein gescheitertes oder halb geladenes Funktionsupdate seine Pakete in Download hinterlassen. Leeren mit gestoppten Diensten holt den Platz zurück; ein gesunder Ordner liegt bei ein paar Hundert Megabyte.
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