Wissensdatenbank →6 Min. LesezeitAktualisiert: 2026-09-21

Minidump- und MEMORY.DMP-Absturzdateien unter Windows löschen – so geht's

Stürzt Windows oder ein Programm ab, legt das System zur späteren Analyse einen Speicherauszug (Dump) auf der Festplatte ab. Die Datei C:\Windows\MEMORY.DMP allein kann so groß wie Ihr Arbeitsspeicher sein, und in C:\Windows\Minidump sammelt sich nach jedem Bluescreen eine weitere Datei. Das Löschen ist unproblematisch, sobald die Absturzdaten nicht mehr gebraucht werden – Windows baut hier nichts wieder auf, der Platz gehört wieder Ihnen.

Woher Absturzabbilder kommen und wie viel Platz sie fressen

Nach einem Bluescreen schreibt Windows die Datei C:\Windows\MEMORY.DMP – eine Momentaufnahme des Kernel-Speichers, deren Größe vom Dump-Typ in den Einstellungen für „Starten und Wiederherstellen“ abhängt: Ein kleines Speicherabbild belegt 256 KB pro Absturz, ein automatisches oder Kernel-Dump typischerweise mehrere hundert Megabyte bis hin zu wenigen Gigabyte. Zusätzlich hinterlässt jeder Absturz eine kompakte .dmp-Datei im Ordner C:\Windows\Minidump – ein PC mit wöchentlichen Bluescreens sammelt so binnen Monaten Dutzende davon.

Auch normale Programme stürzen ab, deren Dumps liegen an einem anderen Ort: Im Ordner %LOCALAPPDATA%\CrashDumps kann jede gestürzte Anwendung .dmp-Dateien hinterlassen, die oft über 100 MB groß sind. Eine dritte Ecke ist C:\Windows\LiveKernelReports, wo Dumps von GPU-Aufhängern und Watchdog-Ereignissen landen, die nie zum Bluescreen führten. Keine dieser Dateien braucht Windows zum Laufen – sie existieren ausschließlich, damit sich der Absturz hinterher etwa mit WinDbg auswerten lässt.

  • C:\Windows\MEMORY.DMP — Kernel-Dump des letzten Bluescreens, 256 KB bis mehrere GB
  • C:\Windows\Minidump\*.dmp — je eine kompakte Datei pro Bluescreen, rund 256 KB bis 2 MB
  • C:\Windows\LiveKernelReports — Dumps von GPU-Aufhängern und Watchdog-Ereignissen ohne Bluescreen
  • %LOCALAPPDATA%\CrashDumps — Absturzabbilder einzelner Programme, oft über 100 MB
  • %PROGRAMDATA%\Microsoft\Windows\WER — Fehlerberichte, denen häufig Dumps beiliegen

Dumps sicher löschen

Der saubere Bordmittel-Weg ist die Datenträgerbereinigung: Starten Sie cleanmgr als Administrator, klicken Sie auf „Systemdateien bereinigen“ und haken Sie „Speicherabbilddateien für Systemfehler“ sowie „Minidump-Dateien für Systemfehler“ an – dieselben Punkte finden sich unter Einstellungen → System → Speicher → Temporäre Dateien. Dabei werden exakt die Dump-Kategorien entfernt, nichts Persönliches angefasst, und vorab sehen Sie, wie viel Platz zurückkommt.

Auch manuelles Löschen funktioniert und erreicht, was die Datenträgerbereinigung auslässt. In einer Eingabeaufforderung mit Administratorrechten entfernt del /f /q C:\Windows\MEMORY.DMP das Kernel-Dump, leert del /f /q C:\Windows\Minidump\*.dmp den Minidump-Ordner, und rd /s /q "%LOCALAPPDATA%\CrashDumps" räumt die Programm-Dumps weg. Meldet das System „Zugriff verweigert“, hat gerade ein neuer Absturz die Datei neu angelegt – löschen Sie sie nach einem Neustart. Solange Bluescreens weiter auftreten, heben Sie die neuesten Minidump-Dateien auf: Sie sind die Grundlage für die Suche nach dem fehlerhaften Treiber.

Verhindern, dass sich Dumps wieder ansammeln

Die Dump-Einstellungen liegen unter Systemeigenschaften → Erweitert → Starten und Wiederherstellen → Einstellungen. Die Liste „Informationen zum Debuggen aufzeichnen“ bestimmt, was nach einem Absturz übrig bleibt: „Automatisches Speicherabbild“ ist die Windows-Standardeinstellung, während „Kleines Speicherabbild (256 KB)“ den Schaden auf wenige Hundert Kilobyte pro Bluescreen begrenzt. Wenn Sie Abstürze nie selbst auswerten, sparen Sie mit kleinen Dumps – oder ganz ausgeschalteter Aufzeichnung – am meisten Platz und verlieren nichts, das Sie vermissen würden.

Bedenken Sie: Dumps sind ein Symptom, nicht die Krankheit. Ein Ordner, der sich immer wieder füllt, zeigt, dass etwas abstürzt – und angepackt gehört muss die Ursache, meist ein instabiler Grafiktreiber, ein RAM-Problem oder ein übermotivierter Antiviren-Filter. Aktualisieren Sie die Verdächtigen und lassen Sie bei wiederkehrenden Abstürzen den Speicher testen – dann bleiben die Dump-Ordner von selbst leer.

Fragen und Antworten

Kann man MEMORY.DMP bedenkenlos löschen?

Ja. MEMORY.DMP ist nur eine Absturzaufnahme für die Diagnose; Windows läuft auch ohne sie einwandfrei. Ist der ursprüngliche Absturz behoben, können Sie die Datei löschen und den Platz nutzen.

Warum lässt sich eine .dmp-Datei nicht löschen – Zugriff verweigert?

Die Datei wird vom System oder einer soeben erneut abgestürzten Anwendung gehalten. Löschen Sie sie direkt nach einem Neustart; die Fehlermeldung selbst ist harmlos.

Wo speichert Windows Minidumps?

Im Ordner C:\Windows\Minidump – je eine .dmp-Datei pro Bluescreen. Das Kernel-Dump des letzten Absturzes liegt separat in C:\Windows\MEMORY.DMP, Programm-Dumps landen in %LOCALAPPDATA%\CrashDumps.

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