Wissensdatenbank →5 Min. LesezeitAktualisiert: 2026-09-21

So begrenzen Sie den Speicher- und CPU-Verbrauch von WSL2 unter Windows 11

WSL2 läuft nicht neben Windows, sondern in einer schlanken Utility-VM, die im Task-Manager als Prozess Vmmem auftaucht: Auf aktuellen Windows-11-Builds darf sie standardmäßig 50% Ihres RAM belegen (ältere Builds: 80%) und sich die Hälfte der logischen Prozessorkerne nehmen. Freigewordenen Speicher gibt der Linux-Kern nicht eifrig zurück, deshalb bleibt Vmmem nach einem großen Build lange oben, obwohl im Distro längst alles geschlossen ist. Gesteuert wird das über die Textdatei .wslconfig im Profilordner: Ein paar Zeilen wie memory=6GB und processors=4 deckeln den Appetit der VM, und ein einziges wsl --shutdown macht die Änderung wirksam.

Warum Vmmem Ihren RAM auffrisst und was .wslconfig steuert

Der Linux-Kern behält freigegebenen Speicher als Page-Cache vor und gibt ihn von sich aus nicht an Windows zurück — weshalb Vmmem nach einem großen Build oft lange oben bleibt, obwohl im Distro längst alles geschlossen ist. Das ist kein Leak, sondern normales Kernel-Verhalten; wenn neben den Distributionen aber noch Browser, IDE und weitere VMs laufen, gehört die Obergrenze trotzdem explizit festgesetzt. Die üblichen 50% waren vernünftig, als die Rechner noch leer waren — heute, wo sich fünf hungrige Programme 16 GB teilen, ist das zu viel.

Das Steuerrad ist %UserProfile%\.wslconfig, gelesen genau einmal beim Start der VM — deshalb gehört nach jeder Änderung ein wsl --shutdown dazu. Die Limits gelten für alle Distributionen gemeinsam; ein eigener Deckel pro Distribution lässt sich so nicht einrichten. Wirksam ist die Datei nur für WSL2: Der ersten Generation fehlt eine VM, der man Grenzen setzen könnte.

  • memory=6GB — die RAM-Obergrenze für die gesamte VM, alle Distributionen zusammen
  • processors=4 — wie viele logische CPU-Kerne WSL2 sieht
  • swap=4GB — Größe der Linux-Auslagerungsdatei (Standard: 25% des RAM, maximal 8 GB)
  • autoMemoryReclaim=gradual — experimentelle Option, die freien Speicher an Windows zurückgibt (WSL 1.3.10+)
  • sparseVhd=true — experimentelle Option, mit der ext4.vhdx beim Löschen von Dateien wieder schrumpft

Die Limits Schritt für Schritt setzen

Öffnen Sie den Editor, fügen Sie die Kopfzeile [wsl2] und darunter die Zeilen memory=6GB, processors=4 und swap=4GB ein und speichern Sie alles als %UserProfile%\.wslconfig. Stellen Sie im Speicherndialog den Dateityp auf Alle Dateien (*.*) und die Codierung auf UTF-8, sonst legt Windows still eine .wslconfig.txt an, die WSL nie liest. Ein Wert ohne Einheit — etwa memory=6 — wird als Bytes gelesen: Das Suffix GB ist also Pflicht, nicht Dekoration.

Öffnen Sie PowerShell oder Windows Terminal, führen Sie wsl --shutdown aus, warten Sie rund zehn Sekunden und starten Sie Ihr Distro neu. Innerhalb von Linux zeigt free -h jetzt den gedeckelten Speicher statt des ganzen physischen RAM, und nproc zählt die erlaubten Kerne. meldet wsl --version 1.3.10 oder neuer, dürfen Sie unter dem [wsl2]-Block noch [experimental] mit autoMemoryReclaim=gradual und sparseVhd=true ergänzen und die VM erneut herunterfahren; auf älteren Versionen holen Sie zuerst mit wsl --update in einer Admin-Konsole das aktuelle WSL.

Wann Sie die Zahlen anpassen sollten

Beobachten Sie Vmmem im Task-Manager eine Woche im Alltag: Für Browser, Editor und leichte Container reichen 4–6 GB, während schwere Docker-Builds oder große JavaScript-Toolchains ehrlich alle 8 GB wollen. Verstellen Sie memory= in 2-GB-Schritten statt in einem Rutsch und lassen Sie auf Rechnern mit 16 GB oder weniger mindestens die Hälfte des physischen RAM bei Windows. Wächst die Platte mit den Distributionen stetig, stoppt sparseVhd=true das ständige Anschwellen von ext4.vhdx. Nach jedem Windows-Feature-Update lohnt ein Blick auf die Einstellungen, weil Updates gelegentlich das WSL-Paket austauschen und sein Verhalten ändern.

Fragen und Antworten

Wie viel Speicher sollte ich WSL2 geben?

Auf einem 16-GB-Rechner reichen 6 GB für die tägliche Entwicklung; bei nur 8 GB RAM bleiben Sie bei 4 GB, damit Windows nicht zu swappen beginnt. Erhöhen Sie den Deckel nur in kleinen Schritten und nur, wenn Builds tatsächlich mit Out-of-memory-Fehlern abbrechen.

Warum bleibt Vmmem groß, obwohl in Linux alles geschlossen ist?

Der Kern hält freien Speicher als Page-Cache vor und gibt ihn von sich aus nicht an Windows zurück. Fahren Sie die VM nach Feierabend mit wsl --shutdown herunter oder aktivieren Sie autoMemoryReclaim=gradual ab WSL 1.3.10, damit ungenutzter Speicher automatisch zurückfließt.

Funktioniert .wslconfig auch mit WSL1?

Nein. WSL1 übersetzt Linux-Aufrufe direkt in Windows — es gibt keine VM und keinen Vmmem-Prozess, den man begrenzen könnte. Wer Limits will, konvertiert die Distribution vorher mit wsl --set-version <name> 2.

Vor dem Kauf genau wissen, was enthalten ist.

Der einmalige 30-Minuten-Test umfasst Basisfunktionen. PRO-markierte Werkzeuge bleiben bis zur Aktivierung einer kostenpflichtigen Lizenz gesperrt.

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