Was im Prefetch-Ordner wirklich liegt
Bei jedem Programmstart legt Windows in C:\Windows\Prefetch eine kleine Datei mit der Endung .pf an – typischerweise 4 bis 40 KB. Sie protokolliert, welche Teile der Programmdatei und welcher Bibliotheken geladen wurden, in welcher Reihenfolge und von welchen Positionen der Platte. Beim nächsten Start nutzt das System diese Information, um die Dateien in optimaler Reihenfolge zu lesen: Auf klassischen Festplatten verkürzt das die Ladezeit spürbar, auf SSDs etwas weniger.
Der Ordner verwaltet sich selbst. Neben den .pf-Dateien liegt dort die Datei Layout.ini, ein aus den Startspuren errechneter Plan für die ideale Dateianordnung, und im Unterordner ReadyBoot werden die Startvorgänge des Systems protokolliert. Die Zahl der Spuren ist begrenzt: Sind es rund tausend, wirft Windows Einträge längst nicht mehr genutzter Programme von selbst heraus, weshalb der Ordner auch nach Jahren nur wenige Megabyte groß bleibt.
- .pf-Dateien — je eine Startspur pro Programm, meist 4–40 KB
- Layout.ini — der aus allen Spuren ermittelte Plan zur idealen Dateianordnung
- Unterordner ReadyBoot — Spuren, die den Systemstart beschleunigen
- Typische Gesamtgröße — wenige MB; mehr als 20–30 MB ist selten
- Selbstbereinigung — ab rund 1000 Dateien entfernt Windows alte Einträge automatisch
Der Mythos vom schnelleren Windows durch Prefetch-Leeren
Unzählige „Optimierer“-Anleitungen empfehlen, C:\Windows\Prefetch zu leeren, und der Mythos hält sich, weil der Ordner als „Cache“ bezeichnet wird. Tatsächlich ist die Wirkung umgekehrt: Nach der Leerung fehlen Windows die Startspuren, und jedes Programm wird auf dem langsamen, unoptimierten Weg gestartet. Die ersten Starts nach der Bereinigung fallen messbar langsamer aus, bis die Spuren über mehrere Läufe hinweg wieder aufgebaut sind.
Aufblähen kann sich der Ordner ebenfalls nicht: Obergrenze und Selbstbereinigung halten ihn klein, es gibt also keine Gigabyte zu holen. Echte Gründe, .pf-Dateien zu löschen, sind eine beschädigte Spur, die genau ein Programm beim Start hängen lässt, oder der Wunsch, die Start-Historie zu beseitigen. Auch dann beginnt Windows sofort wieder mit der Aufzeichnung. Für mehr Tempo gilt: Finger weg vom Prefetch-Ordner.
Wenn Sie ihn trotzdem leeren wollen – und wo der echte Müll liegt
Falls ein konkreter Anlass besteht, ist die Prozedur einfach: Öffnen Sie C:\Windows\Prefetch mit Administratorrechten, markieren Sie die .pf-Dateien und löschen Sie sie. Dasselbe erledigt der Befehl del C:\Windows\Prefetch\*.pf /q in einer Zeile. Dateien in Gebrauch werden übersprungen, und jede Spur ist nach wenigen Starts wieder neu angelegt. Rechnen Sie damit, dass die nächste Runde an Programmstarts etwas langsamer ausfällt – das ist der gesamte Preis und der gesamte Effekt.
Der ehrliche Geschwindigkeitsgewinn liegt woanders: Temp-Dateien, Update-Reste, Delivery-Optimization-Caches und Browser-Caches bringen regelmäßig Gigabyte, der Prefetch-Ordner dagegen einzelne Megabyte. Deshalb lassen ernsthafte Cleaner diesen Ordner von Haus aus unberührt. Der Müll-Scanner von Kleaner PRO überspringt C:\Windows\Prefetch bewusst und konzentriert sich auf die Ordner, in denen wirklich Platz verloren geht – so bringt eine Bereinigung echten Speicherplatz statt Placebo.
Fragen und Antworten
Kann man Dateien im Prefetch-Ordner löschen?
Ja, das ist gefahrlos – Windows legt jede .pf-Datei automatisch neu an. Schneller wird der PC dadurch aber nicht; die nächsten Programmstarts sind geringfügig langsamer, bis die Spuren wieder vorhanden sind.
Warum ist mein Prefetch-Ordner leer?
Wahrscheinlich ist Prefetching deaktiviert – über den Registrierungswert EnablePrefetcher oder durch ein „Optimierungs“-Tool. Auch direkt nach einer Bereinigung oder auf einem frisch installierten Windows ist der Ordner praktisch leer.
Wie groß darf der Prefetch-Ordner sein?
Ein paar Megabyte – Obergrenze und Selbstbereinigung halten ihn klein. Zeigt der Ordner Gigabyte an, schauen Sie in den falschen Ordner, und Prefetch ist trotzdem nicht das Problem.
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